Samstag, 24. September 2016

Die 4 Wirkungsgrundsätze

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„Wahrnehmung“

Der tägliche Umgang mit Mitarbeitern ist dadurch geprägt, dass ununterbrochen Botschaften ausgetauscht werden. Dabei ist es nicht nur wichtig was Sie tun und wie Sie es tun, sondern es kommt besonders darauf an, wie diese Botschaften bei Ihrem Gegenüber ankommen.

Hier besteht oftmals eine Diskrepanz zwischen dem, wie Sie sich selbst sehen und dem, wie Sie von Ihren Mitarbeiter wahrgenommen werden.

Hierzu gibt es vier wichtige Grundsätze, deren Beachtung es uns ermöglicht, unsere Wirkung nach außen bewusst wahrzunehmen und somit in unserem Sinne zu steuern. Ein Umstand, der die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern wesentlich erleichtert.

Diese Grundsätze bezeichnet man als Wirkungsgrundsätze.


Wirkungsgrundsatz Nr. 1 

WIR NEHMEN IMMER WAHR.

Mit unseren fünf Sinnen - sehen, riechen, schmecken, hören, tasten - nehmen wir unsere Umwelt permanent wahr.

Denken Sie zum Beispiel an ihren letzten Autokauf. Sie haben sich im Autohaus in ein neues Auto gesetzt, den Sitz eingerichtet, die Spiegel eingestellt, über das Armaturenbrett gestreichelt, die Mittelarmlehne aufgeklappt, das Lenkrad in die Hand genommen und den Ellenbogen links auf die Ablage zwischen Seitenverkleidung und Fenster gelegt - passt!

Wie hat sich das angefühlt? Was haben Sie gespürt, gesehen, gehört, gerochen? Ahh... wunderbar, oder? Den will ich haben!

Und dann kam der Verkäufer mit einem freundlichen unaufdringlichen Lächeln zu Ihnen und sie wussten sofort, die Chemie stimmt.

Alle diese Eindrücke haben sie in wenigen Sekunden wahrgenommen und die meisten, ohne sich darüber bewusst zu sein, was da eigentlich geschah.

Unsere Wahrnehmung läuft auf zwei Ebenen statt.

Die Bewusstseinsebene, die für die sachlichen Wahrnehmungen verantwortlich ist und die unterbewusste Ebene, die für die emotionale Wahrnehmung verantwortlich ist. Die Faszination hierbei ist, dass wir zu 90% über die unterbewusste Ebene wahrnehmen und nur 10% über die Bewusste.

Welch genialer Schachzug unseres Daseins.

Würden wir rein über die Sachebene Dinge wahrnehmen und verarbeiten, dann wären wir mit größter Wahrscheinlichkeit Autisten und hätten einen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der zwar durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet wäre, jedoch gleichzeitig durch Stärken in der bewussten Wahrnehmung und im Gedächtnis.

Übrigens, sind sie jetzt schon die Proberunde gefahren?
Wenn ja, wissen sie noch, wie oft sie bei der Probefahrt den Fahrtrichtungsanzeiger oder die Bremse betätigt haben? Wahrscheinlich nicht, denn dies sind alles Dinge, die unterbewusst ablaufen und das ist gut so.


Die zwei Felder der Wahrnehmung:




Wenn zwei Eisberge aufeinandertreffen, dann geschieht das grundsätzlich immer unterhalb der Wasseroberfläche und genauso ist es, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen. Dinge werden im Unterbewusstsein registriert und unterbewusst wahrgenommen.

Dabei sammeln wir Eindrücke und gleichen diese mit unserem bewussten und unterbewussten Wertesystem.

Wir machen uns also ein Bild, haben ein Gefühl und bilden uns ein Urteil, welches uns sagt:

            J JA, das ist toll, super, schön...                                      ODER
            L NEIN, das ist furchtbar, unangenehm, schlecht ...

Im Umkehrschluss heißt das, dass wir nicht nur immer wahrnehmen, sondern auch von unserem Gegenüber immer wahrgenommen werden.

Wo wir auch sind, was wir auch tun, wir hinterlassen immer einen Eindruck! Ob wir es wollen oder nicht, diese Eindrücke werden von unserer Umwelt immer wahrgenommen.


Wirkungsgrundsatz Nr. 2 

WIR WIRKEN IMMER.

Dies birgt jedoch eine einzigartige Chance, wenn wir es verstehen, die positiven Möglichkeiten hieraus zu erkennen und einzusetzen.

Denken Sie doch einmal kurz zurück an ihren letzten wunderschönen Urlaub. Jede einzelne kleine Wahrnehmung, ob bewusst oder unbewusst, hat einen gesamten Eindruck hinterlassen; ein ganzes Bild.

Wie eine Kette aus lauter positiven Gliedern, haben wir ein Gesamtbild konstruiert, das uns den Urlaub als sehr positiv in Erinnerung bleibt.

Das funktioniert zugekehrt genauso.
Wenn das Gepäckstück einen anderen Zielflughafen bevorzugt hat, das Hotelzimmer den Blick zur Baustelle freigibt, der Strand einer Müllkippe ähnelt und das Essen, na ja, als solches nicht wirklich zu bezeichnen ist.

Hier hat sich dann eine Negativkette gebildet, die ihren bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Hier spielt eine unterbewusste Tendenz eine ganz entscheidende Rolle. Unser System funktioniert immer identisch. Wir sind grundsätzlich auf der Suche nach der Bestätigung des ersten Eindruckes.

Wenn wir einen ersten Eindruck als solches akzeptiert und wahrgenommen haben, dann gehen wir direkt auf die Suche, um weitere derartige Eindrücke zu sammeln, egal, ob der erste positiv oder negativ war, wir suchen die Bestätigung hierfür.

Also, wenn das Taxi sich dem Urlaubs-Hotel nähert und wir uns gegenseitig anschauen nach dem Motto: „oh je, wo kommen wir denn da hin?“, dann werden uns direkt alle die kleinen Dinge auffallen, die uns nicht gefallen. Wir warten regelrecht darauf, dass das Schokoladen-Betthupferl sich als sechsbeiniges Monster entpuppt.

Wenn wir nun eine Negativkette aufgebaut haben, dann haben wir schon einen dicken Hals. Das Lachen ist eingefroren. Diesen Klos wieder loszuwerden ist äußerst schwierig.

Stellen Sie sich hingegen vor, Sie sind guter Dinge, also läuft prima, Ihre Positivkette glänzt und dann schlägt uns irgendein negativer Eindruck ins Gesicht. Bääm!

Überlegen sie, wie schwierig es ist, das negative Bild, dieses negative Gefühl wieder ins richtige Licht zu rücken. Faktisch ist es fünfmal schwieriger aus einem negativen Eindruck wieder eine positiven zu machen als umgekehrt. Welch fatale Folgen das haben kann liegt auf der Hand.

Für unser tägliches Geschäft, für den täglichen Umgang mit unseren Mitarbeitern bedeutet dies, dass wir eine Wirkung hinterlassen sollten, dies es uns ermöglicht in deren persönlichen Positivkette aufgenommen zu werden.

Das heißt übrigens nicht, dass wir überall Liebkind spielen sollen; oder unseren Mitarbeitern jedes Fehlverhalten durchgehen lassen sollen, im Gegenteil, wir müssen professionell mit all` diesen Situationen umgehen und Emotionale Intelligenz beweisen.

Vielleicht kennen sie die Fernsehserie Ally McBeal.

Ally ist eine Rechtsanwältin, die permanent nach dem Sinn Ihres Lebens sucht und vor allem einen Partner fürs Leben.

In einer Folge hat Sie offensichtlich den richtigen getroffen.
Charmant, super gutaussehend, er kann zuhören, hat eine wahnsinnig erotische Ausstrahlung, also alles was Sie sich je erträumt hatte ....
und dann ist es passiert!
Beim Essen hing im die Pasta im Gesicht – wissen Sie noch wie bei Loriot – tja und schlagartig war ihr ganzes Verlangen wie weggeblasen. 


Wirkungsgrundsatz Nr. 3 

EINE KEINIGKEIT KANN ÜBER ERFOLG ODER MISSERFOLG ENTSCHEIDEN.

Ein unüberlegtes Wort, eine falsche Geste, ein gezwungenes Grinsen, nicht richtig zugehört, alle diese Kleinigkeiten können jeweils einzeln das positive Bild schlagartig zerstören.

Für uns bedeutet das tägliches Pflegen unseres Verhaltens im Detail und ist somit Grundlage für den...


Wirkungsgrundsatz Nr.4 

WIR KÖNNEN BEWUSST AUF DAS UNTERBEWUSSTSEIN UNSERES PARTNERS EINWIRKEN.

Hierbei ist es für uns entscheiden zu wissen, dass unsere Ausstrahlung, unser Verhalten, die Stimmlage, sogar unser gesamtes Erscheinungsbild über 90% der Überzeugungskraft bei unserem Gegenüber beeinflussen. Die Worte selbst, die wir wählen, haben nur einen verschwindend geringen Einfluss von nur 7%.

Antoine de Saint-Exupéry bemerkte schon sehr beeindruckend:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.

Sehen Sie sich dazu auch folgendes Video an! -> Hier klicken <-
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