Der
tägliche Umgang mit Mitarbeitern ist dadurch geprägt, dass ununterbrochen
Botschaften ausgetauscht werden. Dabei ist es nicht nur wichtig was Sie tun
und wie Sie es tun, sondern es kommt besonders darauf an, wie diese
Botschaften bei Ihrem Gegenüber ankommen.
Hier
besteht oftmals eine Diskrepanz zwischen dem, wie Sie sich selbst sehen und
dem, wie Sie von Ihren Mitarbeiter wahrgenommen werden.
Hierzu
gibt es vier wichtige Grundsätze, deren Beachtung es uns ermöglicht, unsere
Wirkung nach außen bewusst wahrzunehmen und somit in unserem Sinne zu
steuern. Ein Umstand, der die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern wesentlich
erleichtert.
Diese
Grundsätze bezeichnet man als Wirkungsgrundsätze.
Wirkungsgrundsatz
Nr. 1
WIR
NEHMEN IMMER WAHR.
Mit
unseren fünf Sinnen - sehen, riechen, schmecken, hören, tasten - nehmen wir
unsere Umwelt permanent wahr.
Denken
Sie zum Beispiel an ihren letzten Autokauf. Sie haben sich im Autohaus in ein
neues Auto gesetzt, den Sitz eingerichtet, die Spiegel eingestellt, über das
Armaturenbrett gestreichelt, die Mittelarmlehne aufgeklappt, das Lenkrad in
die Hand genommen und den Ellenbogen links auf die Ablage zwischen
Seitenverkleidung und Fenster gelegt - passt!
Wie
hat sich das angefühlt? Was haben Sie gespürt, gesehen, gehört, gerochen?
Ahh... wunderbar, oder? Den will ich haben!
Und
dann kam der Verkäufer mit einem freundlichen unaufdringlichen Lächeln zu
Ihnen und sie wussten sofort, die Chemie stimmt.
Alle
diese Eindrücke haben sie in wenigen Sekunden wahrgenommen und die meisten,
ohne sich darüber bewusst zu sein, was da eigentlich geschah.
Unsere
Wahrnehmung läuft auf zwei Ebenen statt.
Die
Bewusstseinsebene, die für die sachlichen Wahrnehmungen verantwortlich ist
und die unterbewusste Ebene, die für die emotionale Wahrnehmung
verantwortlich ist. Die Faszination hierbei ist, dass wir zu 90% über die
unterbewusste Ebene wahrnehmen und nur 10% über die Bewusste.
Welch
genialer Schachzug unseres Daseins.
Würden
wir rein über die Sachebene Dinge wahrnehmen und verarbeiten, dann wären wir
mit größter Wahrscheinlichkeit Autisten und hätten einen abweichenden
Informationsverarbeitungsmodus, der zwar durch Schwächen in sozialer
Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet wäre, jedoch gleichzeitig durch
Stärken in der bewussten Wahrnehmung und im Gedächtnis.
Übrigens,
sind sie jetzt schon die Proberunde gefahren?
Wenn
ja, wissen sie noch, wie oft sie bei der Probefahrt den
Fahrtrichtungsanzeiger oder die Bremse betätigt haben? Wahrscheinlich nicht,
denn dies sind alles Dinge, die unterbewusst ablaufen und das ist gut so.
Die
zwei Felder der Wahrnehmung:
Wenn
zwei Eisberge aufeinandertreffen, dann geschieht das grundsätzlich immer
unterhalb der Wasseroberfläche und genauso ist es, wenn zwei Menschen
aufeinandertreffen. Dinge werden im Unterbewusstsein registriert und
unterbewusst wahrgenommen.
Dabei
sammeln wir Eindrücke und gleichen diese mit unserem bewussten und
unterbewussten Wertesystem.
Wir
machen uns also ein Bild, haben ein Gefühl und bilden uns ein Urteil, welches
uns sagt:
J JA, das ist toll, super, schön...ODER
L NEIN, das ist furchtbar, unangenehm,
schlecht ...
Im
Umkehrschluss heißt das, dass wir nicht nur immer wahrnehmen, sondern auch von
unserem Gegenüber immer wahrgenommen werden.
Wo
wir auch sind, was wir auch tun, wir hinterlassen immer einen Eindruck! Ob
wir es wollen oder nicht, diese Eindrücke werden von unserer Umwelt immer
wahrgenommen.
Wirkungsgrundsatz
Nr. 2
WIR
WIRKEN IMMER.
Dies
birgt jedoch eine einzigartige Chance, wenn wir es verstehen, die positiven
Möglichkeiten hieraus zu erkennen und einzusetzen.
Denken
Sie doch einmal kurz zurück an ihren letzten wunderschönen Urlaub. Jede
einzelne kleine Wahrnehmung, ob bewusst oder unbewusst, hat einen gesamten Eindruck
hinterlassen; ein ganzes Bild.
Wie
eine Kette aus lauter positiven Gliedern, haben wir ein Gesamtbild
konstruiert, das uns den Urlaub als sehr positiv in Erinnerung bleibt.
Das
funktioniert zugekehrt genauso.
Wenn
das Gepäckstück einen anderen Zielflughafen bevorzugt hat, das Hotelzimmer den
Blick zur Baustelle freigibt, der Strand einer Müllkippe ähnelt und das
Essen, na ja, als solches nicht wirklich zu bezeichnen ist.
Hier
hat sich dann eine Negativkette gebildet, die ihren bleibenden Eindruck hinterlassen
hat.
Hier
spielt eine unterbewusste Tendenz eine ganz entscheidende Rolle. Unser System
funktioniert immer identisch. Wir sind grundsätzlich auf der Suche nach der
Bestätigung des ersten Eindruckes.
Wenn
wir einen ersten Eindruck als solches akzeptiert und wahrgenommen haben, dann
gehen wir direkt auf die Suche, um weitere derartige Eindrücke zu sammeln,
egal, ob der erste positiv oder negativ war, wir suchen die Bestätigung
hierfür.
Also,
wenn das Taxi sich dem Urlaubs-Hotel nähert und wir uns gegenseitig anschauen
nach dem Motto: „oh je, wo kommen wir denn da hin?“, dann werden uns direkt
alle die kleinen Dinge auffallen, die uns nicht gefallen. Wir warten
regelrecht darauf, dass das Schokoladen-Betthupferl sich als sechsbeiniges
Monster entpuppt.
Wenn
wir nun eine Negativkette aufgebaut haben, dann haben wir schon einen dicken
Hals. Das Lachen ist eingefroren. Diesen Klos wieder loszuwerden ist äußerst
schwierig.
Stellen
Sie sich hingegen vor, Sie sind guter Dinge, also läuft prima, Ihre
Positivkette glänzt und dann schlägt uns irgendein negativer Eindruck ins
Gesicht. Bääm!
Überlegen
sie, wie schwierig es ist, das negative Bild, dieses negative Gefühl wieder
ins richtige Licht zu rücken. Faktisch ist es fünfmal schwieriger aus einem
negativen Eindruck wieder eine positiven zu machen als umgekehrt. Welch
fatale Folgen das haben kann liegt auf der Hand.
Für
unser tägliches Geschäft, für den täglichen Umgang mit unseren Mitarbeitern
bedeutet dies, dass wir eine Wirkung hinterlassen sollten, dies es uns
ermöglicht in deren persönlichen Positivkette aufgenommen zu werden.
Das
heißt übrigens nicht, dass wir überall Liebkind spielen sollen; oder unseren
Mitarbeitern jedes Fehlverhalten durchgehen lassen sollen, im Gegenteil, wir
müssen professionell mit all` diesen Situationen umgehen und Emotionale
Intelligenz beweisen.
Vielleicht
kennen sie die Fernsehserie Ally McBeal.
Ally
ist eine Rechtsanwältin, die permanent nach dem Sinn Ihres Lebens sucht und
vor allem einen Partner fürs Leben.
In
einer Folge hat Sie offensichtlich den richtigen getroffen.
Charmant,
super gutaussehend, er kann zuhören, hat eine wahnsinnig erotische
Ausstrahlung, also alles was Sie sich je erträumt hatte ....
und
dann ist es passiert!
Beim
Essen hing im die Pasta im Gesicht – wissen Sie noch wie bei Loriot – tja und
schlagartig war ihr ganzes Verlangen wie weggeblasen.
Wirkungsgrundsatz
Nr. 3
EINE
KEINIGKEIT KANN ÜBER ERFOLG ODER MISSERFOLG ENTSCHEIDEN.
Ein
unüberlegtes Wort, eine falsche Geste, ein gezwungenes Grinsen, nicht richtig
zugehört, alle diese Kleinigkeiten können jeweils einzeln das positive Bild schlagartig
zerstören.
Für
uns bedeutet das tägliches Pflegen unseres Verhaltens im Detail und ist somit
Grundlage für den...
Wirkungsgrundsatz
Nr.4
WIR
KÖNNEN BEWUSST AUF DAS UNTERBEWUSSTSEIN UNSERES PARTNERS EINWIRKEN.
Hierbei
ist es für uns entscheiden zu wissen, dass unsere Ausstrahlung, unser
Verhalten, die Stimmlage, sogar unser gesamtes Erscheinungsbild über 90% der
Überzeugungskraft bei unserem Gegenüber beeinflussen. Die Worte selbst, die
wir wählen, haben nur einen verschwindend geringen Einfluss von nur 7%.
Antoine
de Saint-Exupéry bemerkte schon sehr beeindruckend:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche bleibt für
die Augen unsichtbar.
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